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Blog 1 – Besonders gut !

Zu diesem ersten Blog war mein erster Impuls, dass er, weil er der erste ist, ein besonders guter sein soll. Und damit war das erste Thema schon da. Es hat verschiedene Aspekte, besonders und gut sein zu wollen. Aus einer Sicht auf uns als individuelle Menschen, sind es zunächst ganz natürliche und gesunde Bedürfnisse in […]

Zu diesem ersten Blog war mein erster Impuls, dass er, weil er der erste ist, ein besonders guter sein soll. Und damit war das erste Thema schon da.

Es hat verschiedene Aspekte, besonders und gut sein zu wollen. Aus einer Sicht auf uns als individuelle Menschen, sind es zunächst ganz natürliche und gesunde Bedürfnisse in uns.

Andererseits kommt das Bedürfnis, als Person gut und besonders zu sein und gute oder besondere Leistungen zu bringen, häufig aus einem unguten Ort in uns. Wir wollen besonders und gut sein, weil wir uns selbst gerade nicht als besonders und nicht als gut wahrnehmen. Das ist weder ein angenehmer noch ein schöner Zustand.

Wir wollen jemand sein, als den wir uns gerade nicht wahrnehmen, und etwas leisten, das über das hinausgeht, was wir gerade tun.

Diese Bedürfnisse entspringen dann einem Mangel.

Das Schwierige dabei ist: Besonders gut sein zu wollen und gleichzeitig etwas besonders Gutes erschaffen zu wollen, ist ein Widerspruch in sich. Wir wollen etwas sein– und damit sind wir es nicht.

Was braucht es also, um diesen Widerspruch zu überwinden? Um vom „besonders gut sein wollen“ zum „besonders gut sein“ zu kommen?

Auf diesem Weg braucht es zunächst, dass wir uns vom Wollen lösen. Das geht naturgemäß nicht über unser Wollen selbst.

Um zu unserem Potenzial des Besonderen zu kommen, brauchen wir ein bei uns Ankommen – und dafür ein Entspannen. Wollen erzeugt Spannung und ist darum dafür ungeeignet. Noch niemand hat sich je mental durch Wollen entspannt. Das funktioniert ebenso wenig wie dass wir körperlich durch reine Entspannung ein Gewicht anheben könnten.

Wie lösen wir uns also vom Wollen?

Der erste prinzipielle Schritt hierfür ist, zu beobachten und zu akzeptieren, was gerade in uns da ist. In diesem Fall vielleicht der im Moment spürbare Mangel, nicht gut genug zu sein, und das Bedürfnis, besser sein zu wollen.

Oder die Tatsache, dass die Gedanken über uns selbst und unser Selbstbild gerade defizitär oder sogar destruktiv sind.

Durch das Akzeptieren dessen, was gerade da ist – auch wenn es unangenehm ist und nicht dem entspricht, wie wir es gerne hätten –, bringen wir uns in die Position des Beobachtens. 

Akzeptieren ist hierbei zeitlich begrenzt. Kein sich abfinden, passiv werden und resignieren. Und auch kein verringern unserer Ansprüche für die Zukunft. Akzeptieren ist nur ein akzeptieren dessen war gerade ist. Nicht mehr und nicht weniger. 

Durch das Beobachten und Akzeptieren entsteht eine gewisse Neutralität gegenüber unseren Gedanken, Gefühlen und unserem Selbstbild. So gewinnen wir einen kleinen Abstand zu dem, was wir gerade in uns und von uns wahrnehmen.

Dieser Abstand wiederum ist die Voraussetzung dafür, dass sich etwas in uns entspannen kann – in diesem Beispiel der Wunsch, etwas Besonderes zu sein und zu leisten.

Durch Entspannung entsteht, nach einigen Momenten ein Loslassen und darauf folgend eine Erleichterung. Wir erleichtern uns gewissermaßen von unserem gewöhnlichen Selbst.

Das Entscheidende dabei ist: Alles, was nach dem Beobachten und Akzeptieren geschieht, kann nicht aktiv getan werden. Wir schaffen bis hierhin nur die Voraussetzungen für die kommenden Schritte dieses Prozesses.

Die Entspannung, das Loslassen und die Erleichterung können nur von selbst entstehen.

Durch das Loslassen und die folgende Erleichterung kommen wir mit dem Teil in uns in Kontakt, der nicht im Defizit ist. Mit dem Teil, der besonders ist, ohne es sein zu wollen.

Mit unserem Sein. Im Sein angekommen sind wir zufrieden, spontan, kreativ, inspiriert – und mit viel mehr von unserem Potenzial verbunden als in unserem gewöhnlichen Alltagsbewusstsein.

Von hier aus entsteht alles Neue, alles Besondere und jede wahrhaft positive Veränderung.

Hier haben wir – ohne es zu wollen – das Potenzial, über unser gewöhnliches, defizitäres Selbst hinauszuwachsen.

Und aus diesem Sein heraus können wir sehr aktiv sein und handeln. Aber diesmal ganz anders.

Es beginnt alles mit dem ersten Schritt: dem bewussten Beobachten und Akzeptieren.

Viel Freude beim Üben besonders zu sein.